Zeitreisen

Thomas Wehlim will die Stadt Leipzig gerichtlich dazu zwingen, eines der Straßenbahn-Fahrzeuge nach ihm zu benennen. Dem Argument der Stadt, dies sei nur bedeutenden Leipziger Bürgern wie Johann Sebastian Bach oder Gotthold Ephraim Lessing vorbehalten, hielt der Autor entgegen, er sei der mit Abstand bedeutendste Schriftsteller der Stadt. Als Zeuge benannte er einen Zeitreisenden, der aus der Zukunft gekommen sei und ihm berichtet habe, in fünfzig Jahren sei nur noch er, Thomas Wehlim, unter den Lesern bekannt. Mode-Autoren wie Clemens Meyer etc. seien dagegen in der Bedeutungslosigkeit versunken. Die Anwälte der Stadt konterten, der vermeintliche Zeitreisende werde gerade gegen seinen Willen in der Akut-Psychiatrie der Uniklinik Leipzig behandelt, und sei somit als sehr fragwürdig anzusehen. Wehlim wiederum erwiderte, es sei natürlich zu erwarten, dass ein Zeitreisender wegen der Ratlosigkeit der Behörden erst einmal in der Akut-Psychiatrie lande, es lägen aber mittlerweile ausreichende Beweise vor, dass es sich tatsächlich um einen Zeitreisenden handle. Wehlims Anwälte bereiten nun die Anklageschrift gegen die Stadt Leipzig vor. Voraussichtlicher Gerichtsort ist London.

 

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