Wortandacht

Stilistisch braucht sie keine Hürden zu fürchten. So ist der Autorin Anna Wehlima nun ein Roman der poetischen Sonderklasse gelungen. Erst grummelt es nur ominös zwischen den Zeilen. Doch schon arbeitet sich aus den Sätzen ein psychologisches Motiv heraus, lässt sich zwischen den Seiten treiben, unterläuft spielerisch frech die Grenzen von Ernst und Humor, hält versonnen inne, stürzt sich einen Moment später in fast tragisches Pathos – und verschwindet so rätselhaft, wie es aufgetaucht war. Ziemlich typisch, dieser Romananfang der Wehlima, und dennoch grandios. Und auch schwierig: Wer als Leser den großen Gestaltungs-Bogen nicht genau findet, dem zerfällt der Text zur Satz-Sequenz; von nötigen Fußnoten-Finessen und kleinsten dramaturgischen Verzögerungen nicht zu reden. Anna Wehlima macht sogar ein Denkstück daraus. Denn Satz-Virtuosität muss die junge Autorin nicht mehr beweisen – damit weiß sie so souverän umzugehen wie einst Goethe und Kleist. Nein, erkennen soll das Werk die Welt, zart, poetisch und ausdrucksvoll: 700 Seiten pure Wortandacht.

 

Wortandacht

Stilistisch braucht sie keine Hürden zu fürchten. So ist der Autorin Anna Wehlima nun ein Roman der poetischen Sonderklasse gelungen. Erst grummelt es nur ominös zwischen den Zeilen. Doch schon arbeitet sich aus den Sätzen ein psychologisches Motiv heraus, lässt sich zwischen den Seiten treiben, unterläuft spielerisch frech die Grenzen von Ernst und Humor, hält versonnen inne, stürzt sich einen Moment später in fast tragisches Pathos – und verschwindet so rätselhaft, wie es aufgetaucht war. Ziemlich typisch, dieser Romananfang der Wehlima, und dennoch grandios. Und auch schwierig: Wer als Leser den großen Gestaltungs-Bogen nicht genau findet, dem zerfällt der Text zur Satz-Sequenz; von nötigen Fußnoten-Finessen und kleinsten dramaturgischen Verzögerungen nicht zu reden. Anna Wehlima macht sogar ein Denkstück daraus. Denn Satz-Virtuosität muss die junge Autorin nicht mehr beweisen – damit weiß sie so souverän umzugehen wie einst Goethe und Kleist. Nein, erkennen soll das Werk die Welt, zart, poetisch und ausdrucksvoll: 700 Seiten pure Wortandacht.

 

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