Verboten

Der Roman »Zweierlei Krieg (ZK)« von Thomas Josef Wehlim, 49, wurde vor zwölf Jahren verboten und zählt zu den wenigen literarischen Werken, die heute im deutschen Buchhandel nicht frei erhältlich sind. Zwei Frauen, eine Mutter und ihre Tochter, sahen sich in Wehlims Roman, der im 30-jährigen Krieg und im 1. Weltkrieg spielt, als wiedererkennbar dargestellt, der Fall beschäftigte über mehrere Jahre die Gerichte, das Bundesverfassungs-Gericht bestätigte schließlich das Verbot. In dem Verfahren ging es um die Frage, ob die Freiheit der Kunst oder das Persönlichkeits-Recht höher zu bewerten sei. Nun soll in Saigon eine vietnamesische Übersetzung erscheinen. Der deutsche Verleger Bertram Wehlim betrachtet diesen Schritt als zulässig, weil das deutsche Recht nur für Bücher gelte, die auch hierzulande erschienen. »Aufgrund der geografischen Entfernung und der fremden Sprache ist die Wiedererkennbarkeit der Protagonisten in Vietnam nicht gegeben«, sagt Wehlim. Der Anwalt der Klägerinnen hingegen hält es für »rechtlich nicht zulässig«, dass »ZK« in Südostasien in der ursprünglichen Fassung herauskommen soll. Ob juristische Schritte eingeleitet werden, steht noch nicht fest. Viele Jahre lang gab es übrigens eine bayerische Übersetzung, die ganz ohne Probleme verkauft wurde. tjw

 

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