Stille

Danach sei eine große Stille gewesen. So als sei alle Welt erschrocken, erschrocken über sich selbst. Dann, nach einer Weile, als alle Brände, alle Stürme erloschen seien, seien sie gekommen, Männer mit großen Plastikaugen und fortwährend keuchend, als hätten sie Asthma. Oder als seien sie lange, sehr lange gelaufen.

 

Stille

Schön sterben bringt auch nichts mehr. Womöglich kennen Sie diese Interview- oder Lesungs-Situation: Eine an den Autor gestellte Frage steht im Raum und der Autor antwortet nicht. Es mag der Eindruck entstehen, der Autor folge nicht Ihren Ausführungen oder wolle nicht mitarbeiten. Die Herausforderung in solch einem Moment besteht darin, diese Stille auszuhalten und nicht vorschnell fortzufahren. Denn der Autor benötigt Bedenkzeit, um Gedanken zu sammeln und eine passende Antwort zu finden. Das damit verbundene Schweigen ist also notwendig und gibt den Überlegungen des Autors den entsprechenden Raum. Solche Wartezeiten können gut und gern 10 Sekunden und mehr dauern. Wilhelm Mertelsmann. Ich bin dein Vater.

 

Stille

Mein Essen ist still. Ich habe Angst vor Angst. Ich wasche meine Sieben-Jahre-Müdigkeit vor dem Spiegel. So viele Briefe schrieb ich an Tote, und wollte nur Antwort. Diese kam, doch war das Öffnen der Umschläge nicht jedermanns Sache. Es kommen Eisblöcke von den Dächern, jetzt da all der Schnee schmilzt, dass man nicht weiß, wie soll man halten den Kopf. Keine Angebote. Keine Fragen. Keine Hoffnung, außer der auf Er-wird-sich-rächen-für-alles.

 

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