Stasi

Leipzig. Literatur-Kanzlerkandidat Thomas Josef Wehlim will noch am Freitag die Stasi-Unterlagen zu seiner Person online stellen. Das kündigte er am frühen Nachmittag bei einem Redaktionsgespräch mit der Connewitzer Volkszeitung an. »Im Laufe des Tages wird die Akte, so wie ich sie eingesehen habe, mit einigen Änderungen ins Internet gestellt« sagte Wehlim. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Stasi zu ihm eine Akte angelegt hatte, mit dem Ziel, ihn als Ghostwriter für Erich Honeckers Autobiografie »An die rote Sonne« zu gewinnen. Wehlim war laut eines Berichts der »Welt« von 1980 bis 1989 als sogenannter IM-Vorlauf »Schreibero« bei verschiedenen Abteilungen der DDR-Staatssicherheit erfasst worden. Ferner legte sich Wehlim in dem Interview in der Wohnung der Connewitzer Volkszeitung dahin gehend fest, dass bei einem Wahlsieg seiner Literatur-Partei 2014 ein flächendeckender Autoren-Mindestlohn von 188,50 Euro pro Stunde eingeführt würde. Es sei nicht hinzunehmen, dass Anwälte, Fachärzte und Professoren Stunden-Vergütungen von mehreren Hundert Euro bekämen, während Autoren ihre epochalen Werke derzeit auf gebrauchtem Butterbrot-Papier schreiben müssten. Auf die schlechten Verkaufswerte seiner Bücher angesprochen, kündigte Wehlim für die letzten Tage vor der Wahl eine beispiellose Marketing-Offensive an, die sicherlich noch viele Leser und damit Wähler gewinnen würde.

 

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