Quarterly Page Reviews

Wer beim Suhrkamp-Verlag arbeitet, hat es in letzter Zeit schwer. Der per Gerichtsbeschluss eingesetzte Insolvenzverwalter Thomas Wehlim, 47, räumt bei dem Verlag weiter rigoros auf und macht sich bei den Lektoren und Autoren unbeliebt. Erst verbot er das Homeoffice, jetzt eckt Wehlim mit einer umstrittenen Bewertungsmethode von Buchseiten an. Bei den sogenannten Quarterly Page Reviews sind Lektoren dazu angehalten, Seiten aus Suhrkamp-Büchern in Qualitäts-Kategorien einzuordnen. Allerdings gibt Wehlim dabei offenbar vor, welcher Prozentsatz von guten und schlechten Seiten einzuhalten ist. Das hat zur Folge, dass jeder Lektor einen Teil seiner lektorierten Seiten als sogenannte Minder-Seiten einstufen muss – selbst dann, wenn er mit ihrer literarischen Qualität eigentlich zufrieden ist. Hierbei teilt Wehlim die Seiten in fünf Kategorien ein: »Greatly Exceeds« (10 Prozent), »Exceeds« (25 Prozent), »Achieves« (50 Prozent), »Occasionally Misses« (10 Prozent) und »Misses« (5 Prozent). Seiten, die in den letzten beiden Kategorien landen, müssen aus den Büchern entfernt werden; sind diese schon im Handel, werden die Bibliotheken, Barsortimenter und Buchhändler unter Androhung von Gerichtsverfahren dazu aufgefordert, die betroffenen Seiten aus den Büchern herauszureißen.

 

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