Gravitation

Seit dreißig Jahren leide ich unter Schlafstörungen, die mich immer wieder an den Rand des Abgrunds bringen. Alles begann mit der Erschaffung des Zivildienstes in meiner Biografie: Ich lernte die Bedeutung des Wortes »Überforderung« kennen, und auch, dass die Dämonen Sinn für Humor haben: Wer unendlich müde ist, soll nicht mehr schlafen können. So erlebte ich Nächte mit einer oder zwei oder keiner Stunde Schlaf, und dieses oft drei, viermal, fünfmal hintereinander. Während des Studiums wurde es besser, die Mathematik errettete mich, doch immer wieder kamen und kommen diese Monate und Jahre, in denen Schlaf ein unerfüllbares Gerücht ist, so wie Wasser für den Verdurstenden, Brot für den Hungernden, die Liebe für das Waisenkind. Nun habe ich, zum ersten Mal, Schlaftabletten, und noch wirken sie. Sie sind ein Ausknipsen von aller Angst, allem Schmerz. Doch was, mein Kind, wäre der Tod? Er wäre dieser grausame Zustand des Du-bist-für-immer-vergessen, doch ohne böses, böses Erwachen. Noch dieser eine Roman: »Gravitation«. Maria, Evangelista C. Ich, der zu Schwere. Carlos, der Fliehende. Jora, die Schöne. Uarto, am Ziel.

 

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