Fensterrahmen

Ich hatte so sehr gehofft, dass kein Schnee mehr fällt. Nun müssen wir mit Fieber die Kinder zur Sonntagsschule fahren. Manche werfen sich auf unsere Motorhaube, nur um diesem tödlichen Frost zu entkommen. Die Leute beginnen, ihre Fensterrahmen zu verheizen. Auch kam heute Morgen der Anruf, dass man mir den Nobelpreis für Literatur aberkennt. Wegen angeblich zu regime-freundlicher Äußerungen bzgl. des Landratsamtes Rhein-Oder. Und sie lieferten, immer schon in Prozessen denkend, gleich ein weiteres Argument nach: Doping. Wegen eines Ephidrin-haltigen Hustenmittels, welches ich während der Arbeit an meinem letzten Roman genommen hätte. Anders seien doch Sätze wie »Das Wetter ist ein mieser Verräter« gar nicht zu erklären gewesen. Nun eben: der Sinn des Rituals ist ja gerade der, dass es sich immerzu wiederholt. Suhrkamp gibt nun meinen Briefwechsel mit Unseld heraus. Und Rowohlt meinen nächsten Roman »Eisenbahnzüge«. Trost auf dem Weg der Nachfolge. Und aller Stil, er ändert sich.

 

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