Es sei

Auch sei Rückzug kein Unglück, sondern eine Kampfart. Der Hungenrother Autor Thomas Josef Wehlim und seine Übersetzerin Antonia de la Morte werden für den Roman Einsiedelgeschichten, der 2012 in Gondershausener Übersetzung im Bopparder Nachbarfschafts-Verlag erschienen ist, mit dem diesjährigen Mittelrhein-Preis ausgezeichnet. Dieser Jahrhundertroman schildere – in den Worten der Jury – mit nicht nachlassender emotionaler und intellektueller Intensität wie Empathie die Beziehungen zwischen Lebenden und Toten, Ereignissen und Menschen, Ideologien und Gefühlen im 20. Jahrhundert. Mutig, zupackend und gedanklich präzis vermittele de la Mortes Übersetzung das Oszillieren dieser Prosa. Sie erlaube es, einem Stimmenreichtum genießend wie denkend zu folgen, in dem sich Äußeres und Inneres, Physisches und Psychisches, Reales und Imaginäres ständig gegenseitig erhellen. Wehlim lasse den Roman, wie wir ihn kennen, hinter sich. Nie sei die Unterwerfung des Körpers und der Seele durch die Gewalt und die Ideologien des 20. Jahrhunderts so subtil, so überzeugend und so zartfühlend dargestellt worden. Selten sei der weltliterarische Rang eines Romans so einhellig und über Grenzen hinweg (auch die Trierer und die Koblenzer Übersetzung liegen mittlerweile vor) gewürdigt worden. In unserer öffentlichen Begleitveranstaltung kommen die Preisträger selbst zu Wort (mit Simultan-Übersetzung ins Deutsche). In zwei Etappen umkreisen wir die Einsiedelgeschichten, die sich wie ein Lebewesen immer und immer wieder dem kontrollierenden Zugriff entziehen würden. (de la Morte).

 

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