Balkon

Dann saß Emil auf dem Balkon. Zuerst abends. Als er begriff, dass kein Schlaf mehr sein würde in all diesen Nächten, auch nicht im Morgengrauen. Und nicht den ganzen Tag lang. Nur minutenweise schlief er auf dem Stuhl ein. Zwei oder drei Mal alle 24 Stunden. Es schien zu reichen. Emil wusste: Krokodile schlafen nie. Und Giraffen nur 1-2 Minuten am Tag. Eine neue Welt öffnete sich für Emil. Doch zuerst sah er nur die Menschen, denen er sonst auch begegnet war. Als er das Haus noch verließ. Menschen, die aus- und eingingen. Ihre Kinder wegbrachten und holten. Ihre Fahrräder scheppernd abstellten. Emil lebte in einem weiß gestrichenen Mehrfamilienhaus. Und vor seinem Balkon standen links, in der Mitte und rechts drei weitere weiß gestrichene Mehrfamilienhäuser. Nur kleine Gärten lagen dazwischen. Wenn die Dämmerung kam, schalteten die Menschen die Lichter an. Wie Eigelb stand das Licht dann in den Fenstern. Emil liebte das.

 

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