Autorozaen

Thomas Wehlim leitet die internationale Arbeitsgruppe, die darüber entscheidet, ob das Autorozän als neues Erdzeitalter anerkannt werden soll. Das Gespräch führte Franziska Schmidt (bild der literatur 2-2015). FS: Wann sind Sie zum ersten Mal auf das Autorozän aufmerksam geworden, Herr Dr. Wehlim? WEHLIM: So wie viele andere habe auch ich 2002 den Artikel von Günter Grass über das Autorozän im Fachmagazin Literature gelesen und die Einführung dieser neuen Erdepoche für eine sehr interessante Idee gehalten. Zur gleichen Zeit habe ich mich mit der Frage beschäftigt, welche literarischen Spuren in ferner Zukunft von unserer menschlichen Zivilisation zeugen werden. FS: Gibt es feste Kriterien, die das Autorozän erfüllen muss, um als Epoche der Erdgeschichte anerkannt zu werden? WEHLIM: Nein, es gibt zumindest keine quantitativen Kriterien für die Unterteilung in die einzelnen Abschnitte der Erdgeschichte. Qualitativ ist natürlich festzustellen, dass seit etwa 25 Jahren Autoren eine überragende Bedeutung für die Erdgeschichte spielen. Dem will der Begriff »Autorozän« Rechnung tragen.

 

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